Anbieter von Geschäftsanwendungen bauen inzwischen Werkzeuge, deren einziger Zweck der Wegzug vom Wettbewerber ist. Sie lesen die bestehende Umgebung aus, ordnen Objekte und Felder dem Zielsystem zu und übertragen die Datensätze automatisch. Eine Ausweitung solcher Verfahren auf ERP-Systeme ist angekündigt.
Damit verändert sich eine Grösse, die in Vertragsverhandlungen bisher unausgesprochen mitgewirkt hat: der Aufwand, ein System überhaupt verlassen zu können. Wer ihn nicht beziffern kann, verhandelt schwächer.
Aufschlussreich ist allerdings, was diese Werkzeuge ausdrücklich nicht übernehmen. Automatisierungen, eigener Code, Anhänge und Dokumente bleiben Handarbeit. Genau dort liegt in gewachsenen Landschaften der Hauptaufwand. Eine Feldzuordnung ist Fleissarbeit, die ein Modell zuverlässig erledigt. Die Entscheidung, ob eine seit Jahren laufende Automatisierung nachgebaut, ersetzt oder gestrichen wird, ist eine fachliche Frage mit einem Verantwortlichen.
Wertvoller als die eigentliche Übernahme ist deshalb der erste Schritt, die vollständige Bestandsaufnahme der eigenen Landschaft. Sie gehört vor die Anbieterentscheidung und sie gehört dem Unternehmen. Wer sie mit dem Werkzeug eines Anbieters erstellt, liefert einen Bauplan, bevor entschieden ist.