Nach einem Zukauf oder einer Ausgründung liegen Unternehmensdaten in getrennten Systemen. Die Gruppenauswertung wird dann zur Abstimmungsübung, weil jede Kennzahl von der Herkunft des Datensatzes abhängt. Der Wunsch nach einer gemeinsamen Sicht ist verständlich und technisch lösbar.

Wichtig ist die richtige Diagnose. Die Schwierigkeit liegt selten darin, Daten an einem Ort abzulegen, sondern in den Beziehungen zwischen ihnen: welcher Auftrag zu welchem Fertigungslos gehörte, aus welcher Charge das Material stammte, an welcher Anlage es verarbeitet wurde. Erst diese Verknüpfungen machen eine Auswertung entlang des Produktlebenszyklus möglich.

Aus unseren Projekten stammen drei Empfehlungen. Der Anwendungsfall wird zuerst benannt, nicht die Plattform. Die verbindenden Kennungen über die Systemgrenze hinweg werden geklärt, bevor Technik beschafft wird. Berechtigungen und Datenschutz gehören in den ersten Entwurf, weil nachträgliche Korrekturen hier besonders aufwendig sind. Und eine gemeinsame Auswertungsebene verschafft Zeit für eine Konsolidierung, ersetzt ein gemeinsames Kernsystem aber nicht.