Im Finanzsektor wird KI-Kompetenz zur Einstellungsbedingung. Geprüft wird nicht ein Zertifikat, sondern die tatsächliche Arbeitsweise: Wie hat jemand ein Modell eingesetzt, und was ist dadurch besser geworden. Das bleibt nicht auf eine Branche beschränkt, weil sich Unternehmen aller Grössen um dieselben Fachkräfte bewerben.

Bevor ein Betrieb diese Frage im Bewerbungsgespräch stellt, gehört eine andere beantwortet: Was ist im eigenen Haus überhaupt erlaubt. Vielerorts existiert weder eine Freigabe noch eine Richtlinie, während die Werkzeuge über private Konten längst genutzt werden. Firmendaten fliessen dann in Systeme, über die niemand Auskunft geben kann. Ein offizieller Zugang mit einer kurzen Regel zur Datenverwendung löst das mit geringem Aufwand.

Wirtschaftlich lohnt sich der Blick nach innen zuerst: Menschen mit langjährigem Prozesswissen an einem neuen Werkzeug zu schulen ist günstiger, als dieses Wissen neu aufzubauen. Ein Zielkonflikt bleibt und sollte benannt werden. Wer bisherige KI-Praxis zum Auswahlkriterium macht, bevorzugt Menschen mit privatem Zugang zu solchen Werkzeugen. Wer breit rekrutieren möchte, stellt im Auswahlverfahren selbst ein Werkzeug bereit.