Die Bundeskanzlei hat eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen und dem Bundesrat Anfang September berichtet. Ab Ende 2027 sollen rund 3'000 Mitarbeitende eine quelloffene Arbeitsplatzsuite nutzen, mit E-Mail, Kalender, Dokumenten, Telefonie und Videokonferenz. Die Kosten der ersten Phase liegen bei etwa 9 Millionen Franken.
In den Schlagzeilen wurde daraus ein Abschied von Microsoft. Der Beschluss sagt etwas anderes. Die neue Umgebung läuft parallel zur bisherigen und dient zugleich als Rückfallebene, wenn diese ausfällt. Ausgerüstet werden nicht alle, sondern jene Mitarbeitenden, die in besonders kritischen Abläufen arbeiten.
Genau diese Auswahl ist das Übertragbare. Souveränität meint hier Handlungsfähigkeit im Ernstfall, nicht Unabhängigkeit von einem Anbieter. Für einen mittelständischen Betrieb heisst das: benennen, welche zwei oder drei Abläufe auch dann laufen müssen, wenn sonst nichts läuft, den Ausfall einmal als Übung durchspielen und den vertraglich zugesicherten Datenexport einmal wirklich ziehen. Eine zweite Fähigkeit aufzubauen kostet dauerhaft und lohnt sich selten für den ganzen Betrieb. Die Fragen dahinter kosten nichts.