Microsoft hat Copilot Cowork: den Arbeitsbereich, in dem Agenten mehrstufige Aufgaben eigenständig abarbeiten, allgemein verfügbar gemacht und gleichzeitig das Kostenmodell umgestellt. Seit dem 1. Juli 2026 wird die Nutzung nach Verbrauch abgerechnet, nicht mehr über eine Pauschale.

Warum das mehr als eine Preisfrage ist

Verbrauchsabhängige Abrechnung verhält sich anders als eine Lizenz pro Kopf: Die Kosten hängen davon ab, wie intensiv Agenten tatsächlich arbeiten und das lässt sich vorab schwer schätzen. Ein einzelner Mitarbeitender, der einen Agenten regelmässig grosse Datenbestände durcharbeiten lässt, kann mehr verursachen als zwanzig gelegentliche Nutzende.

Betroffen sind ausdrücklich auch Umgebungen, die Cowork nur ausprobiert haben: Wer während der Übergangsfrist zwischen Ende März und Mitte Juni mit einem Frontier-Konto in Cowork gearbeitet hat, fällt in die Abrechnung.

Was jetzt zu tun ist

  • Ausgabengrenzen prüfen, auf Mandanten-, Gruppen- und Benutzerebene. Ohne Obergrenze gibt es keine natürliche Bremse.
  • Klären, wer Cowork überhaupt braucht. Der Arbeitsbereich lohnt sich für wiederkehrende, mehrstufige Abläufe. Nicht für einzelne Fragen an einen Chat.
  • Verbrauch nach zwei bis drei Wochen auswerten und die Grenzen nachziehen, statt sie einmalig zu setzen.

Unsere Einordnung

Agentische Arbeit ist der eigentliche Schritt nach vorne: Nicht mehr fragen und antworten, sondern eine Aufgabe abgeben und das Ergebnis prüfen. Genau deshalb verändert sich aber auch die Kostenlogik, von einer planbaren Lizenz zu einem Posten, der mit der Nutzung wächst.

Für mittelständische Unternehmen heisst das: Erst ein klar umrissener Anwendungsfall, dann die Freigabe für einen kleinen Kreis, dann die Ausweitung mit belastbaren Zahlen. Wer umgekehrt vorgeht, erfährt die Kosten aus der Abrechnung statt aus der Planung.